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Brief an die Lübbener Bürgerinnen und Bürger

Liebe Lübbener Bürgerinnen und Bürger,


auf Grund meiner Krankheit und weil in diesem Zusammenhang eine Genesung nicht kurzfristig zu erwarten ist, haben die Lübbener Stadtverordneten am 12.06.2014 beschlossen und mich darüber unterrichtet, dass sie beabsichtigen, mich in den Ruhestand zu versetzen. Ich habe diese Entscheidung akzeptiert und werde dagegen nicht in Widerspruch gehen, sondern vielmehr den Weg frei machen für Bürgermeisterneuwahlen.

Ich habe 24 Jahre, davon 23 aktiv, die Stadt Lübben (Spreewald), meine Heimatstadt, mitgestaltet und habe mich stets darüber gefreut dass die Mehrzahl der Lübbener und ihre Besucher die Entwicklung positiv sahen und sie mit begleiteten und unterstützen. Deshalb will ich Ihnen am Ende dieser Zeit folgendes mitteilen:

Sie haben mir, teils mit deutlichen Mehrheiten, über drei Wahlperioden Ihr Vertrauen ausgesprochen. Gleiches erfolgte bei der letzten Wahl im Jahre 2010, obwohl ich schon damals u.a. wegen gesundheitlicher Probleme zunächst gezögert hatte, mich erneut der Wahl zu stellen. Das Ergebnis dieser Wahl machte mich glücklich und zeugte erneut von dem großen Vertrauen, dass Sie in mich setzten. So ging ich dann auch mit frischem Mut und neuen Ideen an die Lösung der bevorstehenden Aufgaben. Doch ich merkte bald, dass ich mit meinen Kräften an meine Grenzen stieß, was ich mir selbst nur ungern eingestehen wollte.
Zu allem Unglück wurde dann auch meine Frau schwer krank. Damals entstand bei mir das große Bedürfnis, ihr auf ihrem letzten Weg mit aller Kraft zur Seite zu stehen, zumal ich bis dahin in meiner Arbeit als Bürgermeister die familiären Belange überwiegend hinten anstellte. Ich vernachlässigte nun nicht nur, mich meiner eigenen Genesung zu widmen, sondern verlor auch die städtischen Belange aus den Augen. Ja, ich versäumte es, gegebenenfalls gemeinsam mit den Stadtverordneten eine übereinstimmende Lösung für mich und die Stadt zu suchen.

Heute frage ich mich, wie hätten Sie in einer solchen Situation gehandelt? Bei der Suche nach einer Antwort werde ich mir bewusst, dass Sie sehr unterschiedlicher Meinung dazu sind. Deshalb möchte ich, da wo ich Sie enttäuscht habe, mich bei Ihnen entschuldigen. Eine solche Entschuldigung verbinde ich mit dem Wunsch um das Verständnis für eine solche außerordentliche Situation in der ich war und bin, die ich selbst niemandem wünsche.
Ich bin dankbar dafür, dass ich gemeinsam mit Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, mit den Lübbener Stadtverordneten und der Stadtverwaltung die Entwicklung Lübbens über mehr als zwei Jahrzehnte gestalten durfte. Ich danke allen, die mit großem Aufwand mein Fehlen ersetzen mussten und hier ganz besonders meinem 1. Stellvertreter, Frank Neumann.

Ich wünsche Ihnen allen in Ihren Familien, sowie an Ihren Arbeitsplätzen, in Ihrer gesellschaftlichen Tätigkeit von Herzen alles Gute, Freude und Kraft, Probleme zu meistern, besonders aber dabei stets Gesundheit.

 

Ihr Lothar Bretterbauer